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Verlagsportrait

Der Peter Hammer Verlag hat ein klares Profil: Er steht vor allem für Literatur aus Afrika und Lateinamerika und für besonders schöne Bilder- und Kinderbücher. Er ist klein (gemessen an den großen Verlagen) oder  mittelgroß (gemessen an den ganz kleinen) und er ist nach wie vor unabhängig.

Vieles von dem, was den Peter Hammer Verlag ausmacht, hat mit seinem Namen zu tun. Dabei hat es in seiner Geschichte nie einen Peter Hammer gegeben. Peter Hammer ist die wörtliche Übersetzung von „Pierre Marteau“. Das war ein Deckname, den die Urheber oppositioneller (bisweilen auch anrüchiger) Schriften seit dem 17. Jahrhundert benutzten, um sich dem Zugriff der Obrigkeit zu entziehen. Es war das Subversive an diesem Namen, das den Gründern des Verlages 1966 so gefiel: Kritische (links-)politische Bücher und Literatur jenseits des Mainstream sollten hier in Wuppertal erscheinen.

So ist es auch gekommen: Seit mehr als 40 Jahren veröffentlicht der Verlag Literatur aus und über Afrika und Lateinamerika. Er machte Autoren wie Ernesto Cardenal, Eduardo Galeano, Chinua Achebe, Aniceti Kitereza und Ahmadou Kourouma in Deutschland bekannt und flankierte die Belletristik mit  politischen Sachbüchern zu Themen der südlichen Kontinente und den ethnologischen Titeln der Edition Trickster.

Daneben etablierte sich mit der berühmten Geschichte „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ ein Bilder- und Kinderbuchprogramm, das auf ganz eigene Art dem emanzipatorischen Anspruch des Verlage verpflichtet ist: Hier werden Kinder ernst genommen, es werden ihnen ungewohnte Perspektiven und Sympathie für schräge Typen zugetraut. Wolf Erlbruch, der inzwischen international renommierte Illustrator des kleinen Maulwurfs, hat das Gesicht des Programms entscheidend geprägt und künstlerische Maßstäbe gesetzt. Der Verlag konnte in den Folgejahren eine Reihe besonders talentierter junger Autoren und Illustratoren für sein Bilder- und Kinderbuchprogramm gewinnen. Längst sind ihre Bücher in den Kinderzimmern ebenso zu finden wie in den Regalen erwachsener Bilderbuch-Liebhaber.

Das anhaltende Engagement für die Literatur aus Afrika und Lateinamerika, sein außergewöhnliches Kinderbuchprogramm und die Sorgfalt bei der Buchgestaltung wurden 2009 mit dem Kurt Wolff Preis ausgezeichnet. Viele Autoren und Illustratoren des Verlages wurden mit wichtigen Preisen geehrt, unter anderem mehrfach mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Troisdorfer Bilderbuchpreis, dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis, dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis, der Hans-Christan-Andersen-Medaille, dem Melusine-Huss-Preis, den nationalen und internationalen Preisen der Stiftung Buchkunst und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der an Ernesto Cardenal und Chinua Achebe ging.